Maulkorb-FAQ

Dein Vierbeiner soll einen Maulkorb tragen?

Keine Angst! Maulkörbe sind kein Symbol für Problemhunde. Leider haben sie immer noch einen schlechten Ruf. Zu Unrecht! Sie sind ein Werkzeug. Für Sicherheit, für Freiheit und sie sind ein Zeichen für Verantwortung. Oft sind sie viel mehr Teil eines guten Alltags, als viele denken. Ob für den Stadtbummel, die Bahnfahrt oder das Training mit deinem Hund: Der richtige Maulkorb hilft.

Hier erfährtst du: Warum Maulkörbe sinnvoll sind und worauf du beim Kauf und beim Maulkorbtraining wirklich achten solltest.

Ebenso beantworten wir dir die häufigsten Fragen rund um das Thema Maulkorb.

  • Ein Maulkorb kann Leben retten!
  • Sicherheit im Training:  Maulkörbe schützen in Managementphasen.
  • Gesetze & Vorgaben: In vielen Bundesländern oder Verkehrsmitteln ist ein Maulkorb vorgeschrieben. Unabhängig vom Verhalten.
  • Hundebegegnungen: Nicht jeder Hund ist verträglich. Ein Maulkorb erlaubt mehr Freiheiten bei geringem Risiko.
  • Giftköder-Schutz: Für viele ist er mittlerweile Schutz im Alltag.  Besonders in Städten oder in belasteten Regionen.
  • Weil es entspannter ist: Manche Halter:innen schätzen die Ruhe 😉 Andere Menschen leinen ihre Hunde an, wenn sie einen Hund mit Maulkorb sehen.

Nein, ein passender Maulkorb ist keine Quälerei. 
Wichtig ist: Er muss gut sitzen und sinnvoll auftrainiert werden. Hier hat sich eine Studie mit dem Thema befasst: klick

Ein zu enger Maulkorb verhindert das Hecheln. Das ist gefährlich, besonders im Sommer. Eine Maulschlaufe zB lässt wenig Luft zirkulieren. Das ist nicht nur ineffektiv, sondern tierschutzrelevant.

Ein gut sitzender Maulkorb dagegen:

  • erlaubt Hecheln
  • ermöglicht Trinken
  • scheuert nicht

Viele unserer Pensionshunde tragen täglich einen Maulkorb und leben damit völlig normal. Spielen, schlafen, toben. Alles geht. Nur sicherer.

Unser Tipp: Setz auf Draht, wenn es wirklich sicher sein soll. Hier kannst du eine Studie dazu lesen.

MaterialProContra
Metall (Draht)Stabil, hygienisch, langlebig. besonders sicher, günstigrostet irgendwann
KunststoffLeichtnicht bissfest
BiothanePflegeleichtflexibel, nicht bissfest
Leder schwer, saugt Feuchtigkeit, nicht bissfest
Nylon / MaulschlaufeNur im absoluten Notfall!keine Luftzirkulation, gefährlich beim Hecheln

3 Maße sind entscheidend:

  • Tiefe  (wie weit kann dein Hund das Maul öffnen?)
  • Fangumfang (locker, nicht eng anliegend)

Fanglänge (von den Augen bis zur Nasenspitze)

Zur Messanleitung und Beratung

Bei der Maulkorbsuche für brachycephale Hunderassen wie Boxer, Mops, französische Bulldogge, OEB und andere kurnasige Hundetypen muss du beachten, die Nasenlänge an der längsten Stelle des Fangs zu bemessen. Diese Hundetypen haben meist einenausgeprägten Unterbiss, der natürlich auch in den Korb muss und in der Maulkorblänge berücksichtigt gehört.

Weil dein Hund hecheln muss. Und zwar richtig.
Was bei 10 °C noch locker wirkt, wird bei 28 °C schnell eng.
Die Zunge dehnt sich, der Fang wird weiter. Und genau dafür braucht der Maulkorb Tiefe und Spielraum. 

Ein zu kleiner Korb kann lebensgefährlich werden. Vor allem bei Hitze oder Stress.

Mit einem Maulkorb kann dann Hund selbstverständlich kommunizieren. Abgesehen davon, dass sich  Ausdrucksverhalten beim Hund auf den gesamten Hundekörper bezieht, sind Hunde tatsächlich selten verwirrt wenn sie einen bemaulkorbten Artgenossen treffen. 

Nein. Wir haben keine Ahnung, woher diese Behauptung kommt. Wir vermuten, dass sie polemischer Natur ist und die Pseudoargumente gegen Maulkörbe stärken soll. Wobei wir auch nicht nachvollziehen können, wie man gegen den Einsatz von Maulkörben sein kann, wenn man tatsächlich schon einmal mit Hunden gearbeitet und gelebt hat, die Maulkörbe trugen. 

Was hingegen sehr wohl stimmt, ist, dass sich bestimmte Verhaltensprobleme sicherer, effizienter und für alle Beteiligten entspannter bearbeiten lassen, wenn Maulkörbe als Hilfsmittel eingesetzt werden. Okay, das sind jetzt unsere Erfahrungswerte, weil es dazu keine Forschung gibt. Aber vielleicht kommt da ja noch was? Es wäre überaus wünschenswert!

Bitte überschätze den Maulkorb als Utensil nicht.  Je nachdem, aus welchen Gründen Dein Hund einen Maulkorb trägt, wird er im Ernstfall sehr geschickt damit werden, je länger er ihn trägt und je mehr Erfahrungen er damit sammeln kann (Sofern man ihn lässt). 

Es gibt Hunde, die mit Maulkorb in Finger beissen oder in Hundeohren, weil sie gelernt haben, wie groß die Abstände der Stäbe sind und was da wie reinpasst. Es gibt Hunde, die setzen besonders die etwas schwereren Drahtmaulkörbe selbst als “Waffe” ein. Kaputte Brillen und gebrochene Nasenbeine bei Menschen sind schon vorgekommen. Es gibt Hunde, die auch mit Maulkorb Kot fressen, Stöcke apportieren (und fressen) und spektakulär erfinderisch werden, wenn sie einen Weg gefunden haben, wie sie den Maulkorb abstreifen können. 

Maulkörbe entlasten, aber sie entlassen nicht. 🙂

Tatsächlich hat eine kleine Studie vorläufige Ergebnisse dazu gebracht und leider deutet einiges darauf hin, dass Maulkörbe von Passanten nicht als Sicherung, sondern als Signal für Gefahr wahrgenommen werden. 

Diese Stigmatisierung ist eine Frage der Erziehung und der Präsenz – je häufiger Menschen Hunde mit Maulkörben sehen, desto weniger signalisieren die eine Gefahr, wünschen wir uns. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, dass man sich gegebenenfalls mit Blicken und Nachfragen auseinandersetzen muss, wenn der eigene Hund einen Maulkorb trägt. Das Gute ist: Wenn der Maulkorb gut sitzt, dann kann es einem egal sein, was die anderen denken. 🙂

Nein! 

Obwohl wir bei den Rasse-Empfehlungen unsere langjährigen Erfahrungen eingebracht haben, ist jeder Hund unterschiedlich – auch jeder Rassehund. Die Rasse-Empfehlung kann Dir als erste Orientierung dienen, aber es führt kein Weg am ordentlichen Ausmessen der Schnauze Deines Hundes vorbei.

Bei mittel- und langschnäuzigen Hunden hat sich der Kehlriemen bewährt, der die Riemen von unten an ihrem Platz hinter den Ohren hält. Bei kurzschnäuzigen Hunden kann zusätzlich ein Stirnriemen notwendig sein, wenn der Maulkorb sonst über den sehr kurzen Nasenrücken rutschen kann. 

Maulkorb-Modelle lassen sich hinter den Ohren schließen. Und ganz häufig reicht das auch. Aber es gibt immer wieder besonders smarte oder – sagen wir – agile Hunde, die den Maulkorb mit dieser einfachen Verriemung abstreifen können. Genau das verhindert ein Stirnriemen oder Kehlriemen.

Aus Erfahrung heraus, sind wir große Freunde von “einfach machen”. Die meisten Hunde haben erst Probleme, wenn ihre Halter welche haben. Die Gewöhnung sollte banal stattfinden. Leckerlies sind natürlich erlaubt. Aber auch tolle Aktivitäten mit Drahtmaulkob machen es vielen Hunden sehr viel leichter sich an das Tragen eines Maulkorbes zu gewöhnen.

Wenn dein Hund ein grundsätzliches Problem mit dem Aufsetzen hat kannst du ihn natürlich super über Futter bekommen. Mehr Informationen zur Maulkorb Gewöhnung findest du hier.

In den meisten Fällen liegt es an mangelnder Maulkorbgewöhnung oder schlechter Passform. Im Bereich Gewöhnung an den Maulkorb solltest du darauf achten, das du das Tragen schön gestaltest und nicht nur das aufsetzen trainierst. Hier findest du mehr zum Thema Maulkorbgewöhnung

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